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Klettermythen – Was stimmt?

Die Sportart Klettern vereint Spaß und Herausforderung, Kraft und Beweglichkeit, Fitness und Konzentration. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Trendsportart entwickelt, die Menschen aller Altersklassen begeistert – sowohl indoor in den Kletterhallen als auch outdoor in den Bergen. Doch obwohl sich viele begeisterte Freizeitkletterer auch intensiv mit dem Fachwissen und theoretischen Hintergründen des Kletterns beschäftigen, kursieren noch immer viele Mythen. Wir wollen hier mit einigen Klettermythen aufräumen und aufklären!

Mythos 1: Der doppelte Bulin muss immer mit einem Halbschlag gesichert sein, ansonsten kann er sich auftrillern.

Der doppelte Bulin muss nicht mit einem Halbschlag gesichert sein, es muss darauf geachtet werden, dass das Seilende nicht zu lang und nicht zu kurz nach dem Seilende geknotet ist

Mythos 2: Das Grigri darf nicht von links gesichert werden.

Das Grigi darf auch von Linkshändern links gehandelt werden, denn das Seil muss nicht zwingend über die vorgesehene Lippe geführt werden. Es muss jedoch auf die Seilführung geachtet werden.

Mythos 3: Das Grigri darf nicht über die Kante gesichert werden.

Das Seil muss nicht zwingend über die vorgesehene Lippe geführt werden. Bei Seilführung über die Kante entsteht jedoch ein etwas höherer Verschleiß am Seil. Das ist allerdings nicht sicherheitsrelevant.

Mythos 4: Das Grigri darf nicht als Nachsicherungsgerät genutzt werden.

Das Grigri eignet sich sogar hervorragend als Nachsicherungsgerät.

Mythos 5: Das Grigri hält über 2 Tonnen aus und kann für Niedrigseilstationen verwendet werden.

Das Grigri hält ca. 700 kg aus – bei Niedrigseilstationen ist dies nicht ausreichend. Es wird die Verwendung von einem Eddy oder einem I’D, welches noch wesentlich stabiler gebaut ist, empfohlen. 

Mythos 6: Bei unterschiedlichem Gewicht reicht eine Z-Sicherung nicht aus.

Durch die Z-Sicherung wird eine sehr hohe Reibung erzeugt, sodass der Gewichtsunterschied stark reduziert wird. Es handelt sich damit um eine zulässige Methode.

Mythos 7: Das Grigri ist beim Vorstiegssichern zu statisch.

Es ist auch nicht statischer als andere Sicherungsgeräte, da sich das körperdynamische Sichern gegenüber dem gerätedynamischen Sichern durchgesetzt hat. Der Sicherer muss dabei immer darauf achten, dass es für den Kletterer dynamisch ist.

Mythos 8: Ab der dritten oder vierten Exe ist man im Vorstieg absolut sicher, wenn man keinen Sicherungsfehler macht.

Besonders auf den ersten Metern einer Route darf das Risiko nicht unterschätzt werden, da der Kletterer bei einem Sturz bis auf den Boden oder in Bodennähe fallen kann. Selbst beim Versuch die fünfte Exe zu klippen, kann es unter Umständen zu einem Bodensturz kommen.

Mythos 9: Wenn man Klettermaterial aus Metall, wie z.B. Karabiner, fallen lässt, können Haarrisse entstehen, die man nicht sieht.

Haarrisse entstehen nicht durch das Herunterfallen von Karabinern o.ä., sondern können sich bei der Fertigung bilden. Dieses Material sollte jedoch eigentlich nicht in den Verkauf gelangen. Ist ein Karabiner oder Achter defekt, dann sieht man das auch.

Autorin: Julia Falk

 

Quellen:

Deutscher Alpenverein. Sicher klettern [Videos]. Abgerufen von https://www.alpenverein.de/Bergsport/Sicherheit/Videos-Sicherungsgeraete/

Kletterhallenverband KLEVER e.V. YouTube Channel [Videos]. Abgerufen von https://www.youtube.com/channel/UCep6BAEkkAqWq6R9S9RYhHg

outdoorCHANNELde. Klettern: Richtig Sichern in Bodennähe [Video]. Abgerufen von https://www.youtube.com/watch?v=hXlhVqDi_FQ

Petzl. Spezielle Technik für Linkshänder [Video]. Abgerufen von https://www.petzl.com/DE/de/Sport/VIDEO---Spezielle-Technik-fur-Linkshander?ActivityName=Klettern

Petzl. Zusätzliche Informationen: Testergebnisse mit dem I’D. Abgerufen von https://www.petzl.com/AT/de/Intervention/Zusatzliche-Informationen--Testergebnisse-mit-dem-I-D?ProductName=I-D-S

Schuber, P. (2004). Schnapper, Schrauber und Gefährten. Bergundsteigen, 1/04, 62-67. Abgerufen von http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2004/1/print/62-67%20%28schnapper%2C%20schrauber%20und%20gefaehrten%29.pdf